SCHÖNE GRÜßE AUS ZUVERSICHT

Bei meinem ersten nahen Toten setzte ich mich die halbe Nacht dazu.

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Er war gestorben, als ich auf dem Weg zu ihm war und ich bat sie, ihn bis zum nächsten Morgen liegen zu lassen. Danach sah ich zu, wie sie ihn aus dem Bett holten. Beim zweiten Mal starb sie, als ich für eine Nacht das Telefon ausgeschaltet hatte, zum ersten Mal seit Wochen. Zwei Tage später standen wir bei ihr im Keller des Krankenhauses, das inzwischen abgerissen ist.


Auch die Klinik, in der ich meinen dritten nahen Toten beim Sterben begleitete, wird bald keine mehr sein. Sie steht mitten in der Stadt, was ich als Segen empfand, nachdem ich ihn mit der Oberärztin gewaschen und angezogen hatte und sein Zimmer für immer verließ.


Mein Portemonnaie war da noch drinnen, ich lieh mir 20 Euro von der Putzfrau und ging am Samstagmorgen durchs Clubviertel, um am Hauptbahnhof einen Kaffee zu trinken, meinen Bruder anzurufen und Blumen zu besorgen, fürs Zimmer und die Schwestern.


Die Stadt begann sich da grad zu beleben. Manche können es kaum ertragen, wenn nach einem nahen Tod das übrige Leben weitergeht. Ich war heilfroh darüber. Wenn damals auch noch die Welt dort draußen stehen geblieben wäre, hätte ich nicht weiter gewusst, glaube ich. Und so ist es bis heute. Womit wir beim Leben sind.

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